Kein Stopp für Olympia-U-Bahn in Rio de Janeiro

U-Bahn-Linie 4 von Ipanema zum Olympiapark Foto:Screenshot "Bom dia Rio"

U-Bahn-Linie 4 von Ipanema zum Olympiapark Foto:Screenshot „Bom dia Rio“

Die Bauten aller Olympia-Stätten sind abgeschlossen, was drei Wochen vor der Eröffnungsfeier fehlt, ist der Transport. Die Linie 4 soll vom legendären Strand von Ipanema bis nach Barra da Tijuca, wo sich die meisen Olympia-Austtragungsorte befinden,  in 35 Minuten fahren, bis jetzt braucht man zur Hauptverkehrszeit auf der Straße bis zu vier Stunden. Erst vor knapp einem Monat wurde die Finanzierung zur Beendigung der Bauarbeiten  mit Hilfen einer Finanzspritze des Bundesstaats bereitgestellt.

Diesen Sonntag wurde nun die vorletzte Haltestelle „Antero de Quental“ im Stadtteil Leblon eröffnet.

Im Frühstücksjornal „Bom dia Rio“ („Guten Tag, Rio“) des größten Fernsehsenders des Landes  „Rede Globo“, werden wöchentlich Bilder von den Fortschritten gezeigt, eine Fahrt durch einen kilometerlangen Tunnel oder ein Probelauf im Falles eines Brands. Tests werden seit Beginn des Monats durchgeführt und am 31. Juli enden. Für den 1. August, vier Tage vor dem offiziellen Beginn der Olympischen Spiele am 5.8.2016, ist die Inbetriebnahme geplant.

Ursprünglich ein Jahr Testlauf geplant

Im ursprünglichen Vertrag waren 12 Monate Probelauf plus 4 Monate Testfahrten mit Passagieren festgelegt worden. Ende letzten Jahres war die Testphase bereits auf 2 Monate reduziert werden.

Letzten Monat hatte die Nichtregierungsorganisation Frente Nacional pela Volta das Ferrovias (Ferrofrente), „Nationalfront zur Rückkehr der Bahn“, beim Zivilgericht in Rio de Janeiro beantragt, die Inbetriebnahme auszusetzen, ohne angemessene Probefahrten sei die Sicherheit der Fahrgäste nicht zu garantieren. Die Eröffnung sei solange zu verschieben, bis ein internationales unabhängiges Unternehmen die neue U-Bahn-Linie überprüft und ein Unbedenklichkeitszertifikat ausgestellt hätte.

Richterin: Verantwortliche sollen mit Unterschriften bürgen

Letzten Donnerstag hat Richterin Maria Paula Gouvea Galhardo entschieden, dass die Aussetzung der rechtzeitigen Inbetriebnahme nicht angezeigt sei, „in Anbetracht der dringenden Notwendigkeit des Fahrbetriebs ebenso wie in Anbetracht der Summe der bereits geleisteten Zahlungen der öffentlichen Hand“. Sie verfügte, dass die Autoritäten, die für den U-Bahn-Bau verantwortlich zeichnen, also die Geschäftsführer der verantwortlichen Unternehmen ebenso wie der Gouverneur des Staates Rio de Janeiro mit ihrer Unterschrift für die Sicherheit des Baus bürgen sollen.

Experten zweifeln an Sicherheitsstandards

Anwalt Bruno Meirinho, der den Antrag  für Ferrofrente gestellt hatte, hingegen ist überzeugt: „Der Mangel an der Erfüllung auch nur grundlegender Sicherheitskriterien ist evident bei der Metro-Linie 4, die Gesellschaft möchte auf keinen Fall eine weitere Tragödie erleben wie den Einsturz des Panorma-Radwegs Tim Maia. Die Eröffnung zu verschieben, wäre eine Maßnahme zur Verteidigung der Sicherheit während er Olympischen Spiele.“

 

Avatar von Unbekannt

Über Beate C. Kirchner

Freie Journalistin, Themenschwerpunkt: Brasilien – Wirtschaft, Politik, Umwelt, indigene Gemeinschaften und auf Anfrage

Hinterlasse einen Kommentar

Diese Seite verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden..