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Sage und schreibe 26.000 Quadratmeter Fläche hat der Schwimming-Pool, den die Regierung des Staates Rio de Janeiro 2001 den Bewohnern in der ärmeren Gegend im Norden Rio de Janeiros spendiert hat. Die schicken Strände an der Copacabana und Ipanema liegen schließlich im fernen Süden der Stadt. 30 Millionen Liter gereinigtes Meerwasser passen in das Megaschwimmbecken hinein, das direkt neben dem Strand liegt. Der ist aber seit Jahrzehnten so verschmutzt, dass dort wirklich niemand baden kann.
30.000 Badegäste haben Party
Das Konzept war und ist ein durchschlagender Erfolg: An einem sonnigen Wochenende kann die Badeanlage durchschnittlich mit etwa 30.000 Gästen rechnen. In der lokalen Presse gab und gibt es immer wieder jede Menge Polemik über die Zustände im Riesenbecken und in der Anlage, das „Volk“ könne sich nicht benehmen, im Wasser sei alles – inklusive Grillspieße und Kondome – zu finden.
Wasserqualität in der Guanabara-Bucht bedenklich
Aber die Besucher haben jede Menge Spaß. Der Konzern Petrobras gehörte zu den Sponsoren, es waren schließlich die benachbarten Anlagen des Unternehmens, die maßgeblich an der Wasserverschmutzung beteiligt waren. Der Riesenpool wird in einem Durchlaufverfahren regelmäßig gereinigt, der akute Gestank auf der Seite zur Bucht hin kommt vom verschmutzten Meerwasser.
Überhaupt ist die Wasserqualität in der Guanabara-Bucht, wo die Segel-Wettbewerbe der Olympischen Spiele stattfinden, nach wie vor bedenklich.
Die Stimmung im Riesenpool von Ramos am Wochenende ist trotzdem bombig. Partymusik, Grillfleischduft, jede Menge Bier. Rekordbesucherzahl: 60.000 Badegäste an einem Wochenende.
Einer von 111 „Orten in Rio de Janeiro, die Sie gesehen haben müssen„. Mehr Geschichten auf diesem Blog „Zoom auf Brasilien“ lesen Sie rechts in der Rubrik „Countdown Olympia 2016“, zum Beispiel Krokodile, Affen und Co. in der Olympiastadt.