
Aussicht von der Favela Babilônia Foto: Alexandre Macieira
Babilônia ist mittlerweile in ganz Brasilien berühmt, schließlich war die Favela 2015 Schauplatz in der gleichnamigen Telenovela und täglich gaben sich Arme, Reiche, Schöne und Skrupellose ein Stelldichein. Am oberen Ende der Favela führt ein treppenähnlicher Pfad in den dicht bewachsenen Teil des „Morro“. Der Hügel wurde im Rahmen eines Wiederaufforstungsprojekts vollständig neu bepflanzt, über 200.000 Bäume wurden eingesetzt, auf 60 Hektar blühen nunmehr die Gärten von Babilônia wieder auf. Schon der Weg nach oben ist ein Erlebnis. Gelegentlich entdeckt man Tukane, häufig kleine Äffchen, man stößt sogar auf historische Monumente.
Da sind Ruinen, die noch aus der Zeit stammen, als die Portugiesen die Küste observierten. Und Bunker, die das brasilianische Heer während des Zweiten Weltkriegs hier oben baute, getarnt durch den Wildwuchs der Natur. Heute kann man die bescheidenen Bauten besichtigen. Von den Beobachtungsposten aus konnte man die gesamte Küste überblicken und nach U-Booten des nationalsozialistischen Regimes Ausschau halten. Der Blick von hier oben ist einfach bombastisch: auf die Copacabana und den Zuckerhut, die Bucht von Botafogo und den Cristo Redentor mit seinen ausgebreiteten Armen.
Monika Gläsel Silva unternimmt Führungen in deutscher Sprache. Zu buchen unter guiamonika@hotmail.com.
Einer von 111 „Orten in Rio de Janeiro, die Sie gesehen haben müssen„. Mehr Geschichten auf diesem Blog „Zoom auf Brasilien“ lesen Sie rechts in der Rubrik „Countdown Olympia 2016“, zum Beispiel Krokodile, Affen und Co. in der Olympiastadt.