Die besten Schweinerippchen von Rio

99 Tinos Terrasse-10

Bar do Tino,  Morro dos Prazeres©Kirchner

Severino Santana, genannt „Seu Tino“, kam vor über 45 Jahren mit 18 Jahren aus dem Pará, dem Norden Brasiliens, nach Rio de Janeiro und arbeitete als Maurer, bis er in der Favela einen kleinen Kiosk eröffnete, in dem er Süßigkeiten und Getränke verkaufte. Alle seine Kinder wuchsen im „Morro dos Prazeres“, übersetzt „Berg der Vergnügten“, in der Favela über dem Künstlerviertel Santa Teresa auf. Sein Sohn Leandro arbeitete in einem Schuhgeschäft, 2002 verlor er seine Stelle. Als Alternative zur Jobsuche machte er sich daran, die Terrasse über dem Kiosk des Vaters zu einem familiären Restaurant auszubauen. Die Familie war in der „comunidade“ bekannt und beliebt, so wurde das neue Lokal im Nu zu einem beliebten Treffpunkt und nach der Befriedung der Favela 2011 rasch zu einem Geheimtipp in der Stadt.

Tion_15

Bar do Tino,  Morro dos Prazeres©Kirchner

Zum einen sind seine Grillgerichte, Hähnchen und Schweinerippchen „no bafo“, ein Gedicht. Bevor sie auf den Grill kommen und dort im Rauch bei geschlossenem Deckel garen, werden sie einen Tag lang mariniert. Klar, dass die Gewürzmischung geheim ist. Serviert werden sie außen knusprig, innen zart und duftend mit Reis, Bohnen, „farofa“ (Maniokmehl), Soße und frittiertem Maniok, das klassische Beilagengedeck aus dem Nordosten Brasiliens. Das Ambiente erinnert auch eher an einen kleinen Ort in der Bahia, wo die Mutter herkommt.

Zum anderen ist die Herzlichkeit der Familie, die inzwischen komplett hier arbeitet, einzigartig. Mama Helenice, Bruno und Adriano servieren, Tante Josefa hilft in der Küche, Tino regiert am Grill und kümmert sich immer noch um seinen Kiosk.

Familie_Bar_do Tino Foto: PR

Familie_Bar_do Tino Foto: PR

Und das dritte durchschlagende Argument für einen Besuch ist der atemberaubende Ausblick auf die Bucht von Guanabara mit dem Zuckerhut, dem Christo Redentor, mit dem Corcovado und der Brücke von Niterói – all das kompensiert den abenteuerlichen Aufstieg durch die engen Gassen der Favela.

Bar do Tino, Rua Almirante Alexandrino 3780, Santa Tereza, Rio de Janeiro, RJ 20241-260 , Bus 6 oder 7, Haltestelle Condomínio Bairro Equitativa, oder mit dem Taxi zum Condomínio Bairro Equitativa, von dort geht es rechts den asphaltierten Weg zum Campão da Colina hoch. Es  gibt nur 16 Plätze, unbedingt reservieren, Tel. (21) 22255780 ; ein Freund der Familie holt die Gäste am Condomínio Bairro Equitativa ab: WhatsApp 0055-21-97461-6523

|Einer von 111 „Orten in Rio de Janeiro, die Sie gesehen haben müssen„. Mehr Geschichten auf diesem Blog  „Zoom auf Brasilien“ lesen Sie rechts in der Rubrik „Countdown Olympia 2016“, zum Beispiel Krokodile, Affen und Co. in der Olympiastadt.

Avatar von Unbekannt

Über Beate C. Kirchner

Freie Journalistin, Themenschwerpunkt: Brasilien – Wirtschaft, Politik, Umwelt, indigene Gemeinschaften und auf Anfrage

Hinterlasse einen Kommentar

Diese Seite verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden..