
Halbmond des Streetartkünstlers JR. Foto: Courtesy von JR, Quelle: screenshot http://www.designboom.com
Der französische Streetart-Künstler JR kehrte nach Rio de Janeiro zu den Olympischen Spielen zurück. Unter anderem entwickelte er hier ein Projekt weiter, das er vor über sieben Jahren begonnen hatte: In der ersten Favela Rio de Janeiros „Provendencia“ hatte er 2009 das Projekt „Casa Amarela“ (deutsch: gelbes Haus) gegründet, ein spektakuläres Kunstprojekt in der Favela in den Hügeln hoch über dem brandneuen „ Porto Meravilha“, dem „wunderbaren Hafen“, wo sich viel vom Olympia-Leben in den letzten zwei Wochen abgespielt haben.
Der Morro da Providência war der erste Hügel, der besiedelt wurde, von heimkehrenden Soldaten aus dem Krieg von Canudos Ende des 19. Jahrhunderts. Nach ihrer Rückkehr bezogen sie zunächst hier Quartier, während sie darauf warteten, dass ihnen der Kriegsminister Wohnraum zuwies.

Kunstprojekt Casa Amarelha, Morro da Providência, Rio de Janeiro ©Tay Nacimento
Doch dazu kam es nie. Die Siedlung wurde Morro da Favela getauft, nach der stacheligen Pflanze, mit der die Soldaten während des Krieges Bekanntschaft gemacht hatten. Erst später wurde die Bezeichnung Favela zum Synonym für eine arme Gemeinschaft, für eine Landbesetzung ohne Infrastruktur.
Die „Casa Amarela ist das Kunstobjekt des Fotografen und Koordinators von Favelarte Mauricio Hora, der Französische Streetartkünstler JR hat das Projekt mitbegründet. Seit 2009 promoten hier namhafte Künstler mit den Kids aus der Favela Bildung. JR besucht das Projekt bis heute immer wieder.
Frauen sind Helden

„Morro da Provedencia“- Women are Heroes, Foto: Courtesy JR
JR hatte in der Favela Provedencia eines seiner „Inside-Outside Projekte“ realisiert. Die Kunstinitiative hat zum Ziel, die Sichtbarkeit von weniger prominenten Personen zu erhöhen und arbeitet mit einer innovativen Technik: Fotos werden auf Stoff gedruckt und über Gerüste gespannt.
In seinem Projekt „Women Are Heroes“ aus dem Jahr 2008, tapezierte er gigantische Porträts von Frauen an die Außenwände der Bauten von Favelas, wo sie lebten.
„In Brasilien ist alles möglich“
Als Hommage an die Olympischen Spiele Olympischen Spiele kreierte JR in der Serie „Inside-Outside“ gigantische Installationen wie die monumentale Darstellung des Hochspringers Ali Mohamed Younes Idris, der über einen 25 Stockwerke hohen Wohnkomplex springt und in der Luft zu schweben scheint,
In der Installation des bewohnbaren Halbmonds über den Dächern von Rio de Janeiros soll in Zukunft ein Raum entstehen, in dem Künstler während eines kreativen Aufenthalts in Rio dort wohnen können – aber auch für junge Menschen aus Rio de Janeiro, die hier Kunstunterricht genießen können.
In seinen Olympia-Installationen bildet J.R unbekannte Sportler ab, die es schaffen könnten. „In Brasilien ist alles möglich – wirklich schwierig, aber möglich“, sagt JR.
So ist auch das Haus im Habmond für Marc Azoulay, Studio-Direktor von JR in New York, das Projekt „Casa Amarela“ supervised hatte, für die Gemeinschaft der Favela eine große Bestätigung, „es heißt, einer kann es auf den Mond schaffen.“