Top-Panorama: Die Gipfel von Babilônia

Aussicht von der Favela Babilônia Foto: Alexandre Macieira

Aussicht von der Favela Babilônia Foto: Alexandre Macieira

Babilônia ist mittlerweile in ganz Brasilien berühmt, schließlich war die Favela 2015 Schauplatz in der gleichnamigen Telenovela und täglich gaben sich Arme, Reiche, Schöne und Skrupellose ein Stelldichein. Am oberen Ende der Favela führt ein treppenähnlicher Pfad in den dicht bewachsenen Teil des „Morro“. Der Hügel wurde im Rahmen eines Wiederaufforstungsprojekts vollständig neu bepflanzt, über 200.000 Bäume wurden eingesetzt, auf 60 Hektar blühen nunmehr die Gärten von Babilônia wieder auf. Schon der Weg nach oben ist ein Erlebnis. Gelegentlich entdeckt man Tukane, häufig kleine Äffchen, man stößt sogar auf historische Monumente. Weiterlesen

Ein Riesenpool fürs Volk in Rio de Janeiro

Riesenpool von Ramos/Tárcia Oreste/Catraca-Livre.png

Riesenpool von Ramos/Tárcia Oreste/Catraca-Livre.png

Sage und schreibe 26.000 Quadratmeter Fläche hat der Schwimming-Pool, den die Regierung des Staates Rio de Janeiro 2001 den Bewohnern in der ärmeren Gegend im Norden Rio de Janeiros  spendiert hat. Die schicken Strände an der Copacabana und Ipanema liegen schließlich im fernen Süden der Stadt. 30 Millionen Liter gereinigtes Meerwasser passen in das Megaschwimmbecken hinein, das direkt neben dem Strand liegt. Der ist aber seit Jahrzehnten so verschmutzt, dass dort wirklich niemand baden kann. Weiterlesen

Die DJ-Schule in der Favela Rocinha

 

DJ-Schule in der Favela Rocinha ©Jorge Vasconcellos

DJ-Schule in der Favela Rocinha ©Jorge Vasconcellos

Zu seinen Schülern gehört der 13-jährige André ebenso wie der 55-jährige Portier Robson. Zezinho, mit bürgerlichem Namen Renato da Silva, unterrichtet zweimal in der Woche von 19 bis 21 Uhr die Sound-Kunst, die auf Festen und Partys zieht, zeigt Neugierigen Loops und Samples. Er selbst ist eingeborener Favela-Bewohner, kam in der Rocinha auf die Welt, sein Vater stammt ursprünglich aus dem Nordosten Brasiliens, seine Mutter ist US-Amerikanerin. Weiterlesen

Zéfiro – der unschuldige Pornograf

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An einem Kiosk im noblen Stadtteil Ipanema gibt es noch Exemplare des „Playboy“-Vorläufers aus den 1950ern.

Alcides Aguiar Caminha (Rio de Janeiro, 1921–1992) war Angestellter im öffentlichen Dienst, verheiratet und Vater von fünf Kindern. Unter dem Pseudonym Carlos Zéfiro veröffentlichte er gezeichnete Anleitungen für die Kunst der Liebe, die am Kiosk unterm dem Ladentisch verkauft wurden ­ bis zu 30.000 Exemplare pro Ausgabe.

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Der Vogelfriedhof in Rio de Janeiro

Vogelfriedhof_Paquetá_Rio de Janeiro©Jorge Vasconcello

Vogelfriedhof_Paquetá_Rio de Janeiro©Jorge Vasconcellos

Auf dem Schild am Eingang ist ein Vogel abgebildet zusammen mit der Zeile: „Ich singe, um meinen Freunden eine Freude zu machen.“ Und das Zwitschern ist auch das Einzige, was hier zu hören ist – auf dem einzigen Vogelfriedhof in Brasilien, wahrscheinlich sogar auf dem einzigen der Welt. Mit den 24 Gräbern, die in etwa die Größe einer Schuhschachtel haben, mutet der Ort wie eine Miniaturausgabe des Friedhofs daneben an.

Nur der Pfarrer fehlt

Ein Geistlicher wohnt der Beerdigung hier zwar nicht bei, aber das Ritual hat durchaus seine Würde mit seinen ganz persönlichen Trauerreden. Auf den Grabsteinen ist zu lesen: „O pássaro abatido“ („Der gefallene Vogel“) oder „O pouso do pássaro cansado“ („Ruhestätte eines müden Vogels“). An der Wand verleihen Zeilen brasilianischer Gedichte, die Vögel als zentrales Thema haben, der Stimmung vor Ort zusätzlich Seriosität. Weiterlesen

Tour durch die Favela Santa Marta

Favela Santa Marta, Rio de Janeiro ©Tay Nacimento

Favela Santa Marta, Rio de Janeiro ©Tay Nacimento

Thiago Firmino wartet immer im „Select“ – das ist die Bar in der Tankstelle gegenüber vom Eingang zur Favela. Er ist in Santa Marta geboren und organisiert Touren durch sein Heimatquartier. „Früher“, erzählt er, „warteten wir hier bis zum Morgengrauen, nachts zu Fuß hinaufzugehen war viel zu gefährlich.“ Die Favela war die erste, die 2008 befriedet wurde, mit der Seilbahn geht es nach oben, das spart 788 Stufen.

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Der Revolver des Präsidenten

Getúlio Vargas‘ Selbstmord

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©Tay Nacimento

Es war ein Revolver Kaliber 32, mit dem sich Getúlio Vargas am Morgen des 24. August 1954 ins Herz schoss. Der Staatspräsident war am Ende. Minister – und Generäle – hatten dem „Meister des politischen Taktierens“ nach Vorwürfen von Korruption, Misswirtschaft und einem missglückten Attentat auf seinen schärfsten Kritiker ein Ultimatum gestellt. Vargas sah ohne die Unterstützung des Militärs keinen Ausweg – und machte sich zum Märtyrer: „Wenn die Raubvögel nach Blut verlangen und das brasilianische Volk weiter ausbeuten wollen, dann bringe ich mein Leben zum Opfer“, hieß es in seinem Abschiedsbrief. Weiterlesen

Krokodile, Affen & Co. in der Olympiastadt

Wo in Rio de Janeiro wilde Tiere leben   Plus +++ „Casa da Vanessa“ im Atlantischen Regenwald in Bahia

Breitschnauzenkaiman im Kanal das Taxas ©Jorge Vasconcellos

Breitschnauzenkaiman im Kanal das Taxas ©Jorge Vasconcellos

Mitten in der Stadt auf der Straße auf einen 3,50 Meter langen Alligator zu treffen ist sogar in den Tropen außergewöhnlich. Die Breitschnauzenkaimane leben im Kanal das Taxas, mitten im friedlichen Stadtviertel Recreio dos Bandeirantes, wo sich Familien der Mittelklasse niedergelassen haben.

Im Allgemeinen drehen sie hier ihre Runden, mittags liegen sie gern in der Sonne. Von der Brücke aus kann man aus sicherer Position beobachten, wie sie ihre mächtigen Körper durchs Wasser schieben. Doch der Kanal ist stark verschmutzt, und so rückt gelegentlich eines der 30 dort lebenden Krokodile aus, um sich auf die Jagd nach Futter zu begeben. Weiterlesen

Kleiner Fughafen, große Stimme

Extra Sightseeingtour um den Zuckerhut

Der Anflug von São Paulo auf den Flughafen Santos Dumont auf der Piste 02 ist spektaku042_Der Flughafen Santos Dumont_1lär – quasi eine Gratis-Sightseeingtour als Willkommensgeschenk. Erst die Berge, die Bucht, das Meer, der Zuckerhut. Ein Traum! Doch blickt man beim Anflug auf die Landebahn, stockt einem der Atem – es sieht aus, als würde der Flieger direkt im Meer landen, vom Cockpit aus kann man den anspruchsvollen Landeanflug im Film erleben. Die Piste 02 ist nur 1.323 Meter lang und berührt an beiden Enden die Baía de Guanabara. Eine Landung auf einem Gleitpfad wie sonst üblich ist unmöglich, da sich der 400 Meter hohe Zuckerhut knapp vier Kilometer vor der Landebahn befindet. Die Piloten mü̈ssen im Gegenanflug nah an die Felskette heranfliegen, um dann nach einer engen Linkskurve zu landen. Der kleinste Fehler des Piloten – und die Wasserlandung ist unausweichlich! Weiterlesen

Biscoito Globo, genialer Keks der Copacabana

Milton_Globo

Firmengründer Milton

Milton Ponce kam im Jahr 1956 mit 16 Jahren von São Paulo nach Rio de Janeiro, seine ersten Jahre in der wunderbaren Stadt waren keine Herrenjahre. Unter der Woche arbeite er in der Fabrik seines Onkels, die Kekse herstellte, ab Freitagnachmittag und das ganze Wochenende verkaufte er die Ware am Strand – ganz schön anstrengend, durch den Sand zu stampfen unter der heißen Sonne des Sommers.
Die Idee, die Kekse mit Strandverkäufern bekannt zu machen, kam der Familie aus São Paulo nachdem sie auf einem Eucharistischen Kongress in Rio mit dem direkten Verkauf sehr erfolgreich waren.

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Das Fest des Heiligen Georgs in Rio de Janeiro

038_Das Fest des Heiligen Georg _2„Festa de São Jorge“ Hundertausende feiern den heiligen Georg am 23. April, Ehrentag des inoffiziellen Schutzpatrons von Rio de Janeiro

Auf der Liste der beliebtesten Tattoos rangiert der heilige Georg in Rio auf Platz eins, und Jorge spendet seinem Namenspatron vor jedem Glas Cachaça, das er trinkt, einen Schluck: „Der heilige Krieger trinkt auch!“ Sein Bild ziert viele Hauseingänge, denn er beschützt das Heim: Der Schutzheilige des Herzens ist São Jorge, auch wenn offiziell Sebastian Patron der Stadt ist.

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Countdown für die Olympischen Spiele 2016

111 Orte – 11 Storys – 1  Stadt – bis zum Startschuss in Rio de Janeiro!

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Museum von Morgen

Copacabana und Christo, Samba und Strand – Rio de Janeiro präsentiert sich für die Olympischen Spiele im Sommer, wie die Welt sie kennt. Doch die „Cidade maravilhosa“, die wunderbare Stadt, hat noch ganz andere Geschichten zu erzählen: Von Pastoren, die mit dem Hubschrauber auf dem Kirchendach landen; von Krokodilen, die in einem Fluss der Megacity ihre Runden drehen; vom einzigen Vogelfriedhof der Welt; von der Favela, in der es die besten Schweinerippchen der Stadt gibt, und von einem Kramer-Laden, in dem  Posträuber Ronald Biggs das Bier für seine wilden Feten kaufte. Diese und 96 weitere skurrile, überraschende und zauberhafte Orte präsentiert das Buch „111 Orte in Rio de Janeiro, die man gesehen haben muss„) in(i3)_(843-2)_Kirchner_111_Orte_in_Rio_de_Janeiro_mit FOTOS.indd der schönsten Stadt der Welt am Zuckerhut.

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