Stichwahl: Haddad holt in Umfragen auf – wer sich klar gegen den Bolsonaro positioniert

Haddad, Bolsonaro © www.vermelho.org.br

Haddad, Bolsonaro © http://www.vermelho.org.br

Die Zustimmungswerte für den rechtsradikalen Kandidaten Jair Bolsonaro gehen nach unten. Das Umfrageinstitut Ibope hat am späten Samstagabend Haddad 46 Prozent prophezeit, Bolsonaro 54 Prozent, das Umfrageinstitut Datafolha Bolsonaro 55 Prozent,  45 Prozent  Haddad. Eine Umfrage von Vox Populi, im Auftrag der Online-Platform „Brasil247“ finanziert von den Lesern. sieht die bedien Kandidaten sogar gleichauf.

Dennoch sehen die meisten Beobachter den ultrarechten Bolsonaro vorn, auch wenn „inzwischen viele Brasilianer regelrecht Angst vor einem Wahlsieg des Rechtsaußen-Politikers haben. Vor allem Intellektuelle, Schwule und Lesben und auch Menschen aus den Favelas, den Armenvierteln“, sagt Ivo Marusczyk auf Deutschlandfunk. Weiterlesen

Klare Worte: Künstler Arnaldo Antunes ruft auf, den Faschisten Bolsonaro nicht zu wählen

"Isto Não é Um Poema"© Arnaldo Antunes

„Isto Não é Um Poema“© Arnaldo Antunes

Jair Bolsonaro:

„Ich unterstütze Folter“
„Ich verteidige die Diktatur“
„Ich werde den Kongress schließen“
„Sie dienen nicht einmal zur Fortpflanzung“
„Ich vergewaltige dich nicht, weil du es nicht verdient hast“
„Wir werden diese Penner hier rausfegen“
„Der Fehler war, zu foltern und nicht zu töten“
etc usw usw etc usw Weiterlesen

#EleNão : „Er nicht“ – Frauen gegen Brasiliens rechten Kandidaten Bolsonaro

Eine Woche vor der Präsidentschaftswahl in Brasilien haben Hunderttausende – vor allem Frauen – gegen den rechtspopulisischen Kandidaten Jair Bolsonaro protestiert. Sie gingen am Samstagabend in Städten auf die Straße, unter anderem in Rio de Janeiro und São Paulo, wo die Organisatoren von mehr als 200.000 Teilnehmern sprachen. Unter dem Motto „Ele Não – Er nicht“ hatten Frauengruppen (Mulheres Unidas contra o BoZó) in den sozialen Netzwerken zum Protest aufgerufen: „Für ein Brasilien, ohne Faschismus und ohne Horror“. Auch in New York, Dublin, Paris, Budapest und Beirut gab es Demonstrationen. „Entweder wir schließen uns jetzt zusammen und kämpfen oder wir werden später zusammen trauern“, sagte Ludimilla Teixeira, die den Protestzug in Rio de Janeiro mitorganisiert hatte. „Wir dürfen nicht erlauben, dass Faschismus in Brasilien voranschreitet“, berichtete die Tagesschau.

#elenão in Rio de Janeiro Cinelandia @MidiaNINJA

#elenão in Rio de Janeiro Cinelandia @MidiaNINJA

„Mit Bolsonaro würde es (Brasilien) von einem rechtsradikalen Abenteurer regiert, der aus der Uno austreten will und Adolf Hitler für einen «grossen Strategen» hält. Er hetzt regelmässig gegen Schwarze, Schwule, Frauen, Indigene und politisch Andersdenkende“, schreibt Philipp Lichterbeck in seinem Beitrag „Brasiliens sagenhafter Absturz“ in dem digitalen  Schweizer Magazin „Republik“, das ein sehr detailliertes Bild der Situation in Brasilien zeichnet.