Musikalische Mittagspause in Rio de Janeiro

Baile do Meio Dia, Centro Cultural Carioca, Rio de Janeiro Foto: B. C. Kirchner

Baile do Meio Dia, Centro Cultural Carioca, Rio de Janeiro Foto: B. C. Kirchner

Freitagmittag  geht so mancher Angestellte im Zentrum von Rio de Janeiro in der Mittagspause statt in die Bar auf ein Sandwich ins Centro Cultural Carioca zum Tanzen. Wenn dann um  15 Uhr Schluss ist, sind alle völlig verschwitzt – aber glücklich. Zwei Stunden lang haben Sekretärinnen, Anwälte, Bauarbeiter und Hausfrauen nonstop getanzt, dann geht es wieder ins Büro zurück, fast alle arbeiten hier in der Nähe. Der „Baile do Meio Dia“ (Mittagstanz) ist seit über zehn Jahren ein fester Treffpunkt für Eingeweihte im Zentrum nahe des Praça Tiradentes.

Freitagmittag Paartanz für alle

Jeden Freitag kann jeder, der Lust hat, in die Tanzschule „Centro Cultural Carioca“ zum Tanzen kommen. Getanzt wird Forró aus dem Nordosten Brasiliens, aber auch Bolero, Zouk oder Lambada – Paartanz in all seinen Facetten. Weiterlesen

„Medaille“ für Maria da Penha aus der Favela, die Olympia2016 weichen musste

Medaille für Maria da Penha Foto: Rio bewegt uns

Medaille für Maria da Penha Foto: Rio bewegt uns

In der Favela Autódromo lebten 600 Familien über 40 Jahre lang friedlich zusammen, doch sie lag just auf der Zufahrtsstraße zum Olympischen Dorf, deshalb mussten nahezu alle Bewohner der comunidade (Gemeinschaft) weichen. Maria da Penha, Ikone des Widerstands wurde vom Aktionsbündnis „Rio bewegt. Uns.“ mit der „Medaille der Werte“ ausgezeichnet.

Insgesamt wurden rund 77.000 Menschen im Zuge der Olympischen Spiele und der Fußball-WM vor zwei Jahren in Rio de Janeiro umgesiedelt. (Lesen Sie hierzu)

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Ein Zimmer im Himmel in Rio de Janeiro

Halbmond des Streetartkünstlers JR. Foto: Courtesy von JR, Quelle: screenshot www.designboom.com

Halbmond des Streetartkünstlers JR. Foto: Courtesy von JR, Quelle: screenshot http://www.designboom.com

Der französische Streetart-Künstler JR kehrte nach Rio de Janeiro zu den Olympischen Spielen zurück. Unter anderem entwickelte  er hier ein Projekt weiter, das er vor über sieben Jahren begonnen hatte: In der ersten Favela Rio de Janeiros „Provendencia“ hatte er 2009 das Projekt „Casa Amarela“ (deutsch: gelbes Haus) gegründet, ein spektakuläres Kunstprojekt in der Favela in den Hügeln hoch über dem brandneuen „ Porto Meravilha“, dem „wunderbaren Hafen“, wo sich viel vom Olympia-Leben in den letzten zwei Wochen abgespielt haben. Weiterlesen

Olympia-Showndown ohne Präsident, Paralympics mit leeren Kassen

Interimspräsident Michel Temer, Präsident des Internationalen Olympischen Komitees Thomas Bach und Generalsekretär der Vereinten Nationen Ban Ki-moon während der Eröffnungsfeier Rio 2016. Foto: Beto Barata/PR

Interimspräsident Michel Temer, Präsident des Internationalen Olympischen Komitees Thomas Bach und Generalsekretär der Vereinten Nationen Ban Ki-moon während der Eröffnungsfeier Rio 2016. Foto: Beto Barata/PR

Bei der Eröffnungsfeier wurde er schrill ausgepfiffen, Interimspräsident Michel Temer ist in Brasilien alles andere als beliebt.  Zur Abschlussfeier von Olympia 2016 am Sonntag wird der Politiker gar nicht erscheinen, er lässt sich vom Parlaments
präsidenten Rodrigo Maia vertreten.

Stellvertreter Rodrigo Maia will sich auch nicht exponieren

Maia, so heißt es in Presseberichten weiter, habe die Mission erst angenommen, nachdem ihm versichert worden sei, dass er bei der Veranstaltung nicht sprechen müsse, er wolle sich auch nicht exponieren. Weiterlesen

Rios Kult-Keks „Biscoito Globo“ vs NYT

"Schöner kann ein Tag in Rio nicht beginnen ..." Foto: Diário do Rio auf Twitter

„Schöner kann ein Tag in Rio nicht beginnen …“ Foto: Diário do Rio auf Twitter

Das Unternehmen hat bis heute noch keinen Cent in Marketing investiert, das luftige „Biscoito Globo“ ist dennoch seit 60 Jahren bei den Bewohnern von Rio, den Cariocas  der Renner am Strand. „Kein bisschen Geschmack“ attestierte nun die „New York Times“ dem Maniok-Gebäck, das empörte viele Cariocas ­ und ist  für die Keks-Fabrik Gratis-Werbung in der Olympia-Stadt.

In seinem Beitrag bezeichnete der New York Times-Autor Biscoito Globo „als Teil einer großen kulinarischen regionalen Tradition essbarer Lieblinge, die einen Auswärtigen vor den Kopf stoßen.“ Die Geschmacklosigkeit macht aber den Keks auch zu einem  perfekten Symbol für die Esskultur in Rio.“ Weiterlesen

Praktischer Führer für Rio de Janeiro

©Anna Mendes

©Anna Mendes

… mit Insider-Tipps von Anna Mendes

Wo gibt es die original Roda de Samba im Hafenviertel, und wo die besten Sandwiches an der Copacabana um 4 Uhr morgens?  Wo gibt es die besten Ausstellungen von Künstlern aus Rio de Janeiro, wo lernt man am besten Gafieira tanzen, und wo kann man bei einem atemberaubendem Blick auf die Stadt raffinierte vegetarische Gerichte auf einer Terrasse genießen?

Jede Menge tolle Tipps, ausgesucht von Insidern Anna Mendes, jedes  Stadtviertel auf einer Doppelseite, mit vielen Details – großartig gezeichnet – von der Autorin selbst.

©Anna Mendes

©Anna Mendes

Einfach gratis herunterladen unter:

 

https://issuu.com/anna.mendes/docs/guiadorio-issuu

Die besten Schweinerippchen von Rio

99 Tinos Terrasse-10

Bar do Tino,  Morro dos Prazeres©Kirchner

Severino Santana, genannt „Seu Tino“, kam vor über 45 Jahren mit 18 Jahren aus dem Pará, dem Norden Brasiliens, nach Rio de Janeiro und arbeitete als Maurer, bis er in der Favela einen kleinen Kiosk eröffnete, in dem er Süßigkeiten und Getränke verkaufte. Alle seine Kinder wuchsen im „Morro dos Prazeres“, übersetzt „Berg der Vergnügten“, in der Favela über dem Künstlerviertel Santa Teresa auf. Sein Sohn Leandro arbeitete in einem Schuhgeschäft, 2002 verlor er seine Stelle. Als Alternative zur Jobsuche machte er sich daran, die Terrasse über dem Kiosk des Vaters zu einem familiären Restaurant auszubauen. Die Familie war in der „comunidade“ bekannt und beliebt, so wurde das neue Lokal im Nu zu einem beliebten Treffpunkt und nach der Befriedung der Favela 2011 rasch zu einem Geheimtipp in der Stadt. Weiterlesen

MC Soffia, Power-Rapperin mit 12

MC SoffiaBei der Eröffnungsfeier zu den Olympischen Spielen 2016 vergangenen Freitag war  MC Soffia, so ihr Künstlername, aus São Paulo mit ihren 12 Jahren die jüngste Musikerin. Ihre zum Teil selbst komponierten Raps transportieren Power für afrobrasilianische Frauen. Die Songtexte haben die Geschichte der Sklaverei in Brasilien zum Inhalt und handeln von Rassismus in Brasilien.

Ihr Lied „Kleines schwarzes Mädchen“ handelt davon, dass sie lieber schwarze Puppen haben möchte als die, wenn auch noch so coolen, Barbies. Mehr schwarze Prinzessinen wünscht sich MC Soffia. Weiterlesen

Die besten Guides für Rio de Janeiro

In die Natur mit Monika Glaesel Silva

Monis Brasilien TourMonika-GläselSilvaMonika Glaesel Silva arbeitet mit großer Begeisterung als offizielle, deutsche Reiseleiterin und Reisebegleiterin in Brasilien.

Mit Moni geht es entweder auf eine klassische Tour durch das Zentrum von Rio de Janeiro, auf Wandertour in die Gärten über der Favela Babilônia oder auf Öko-Tour zu den Kaimanen im Parque Chico Mendes sowie nach Prainha in den Naturpark der Faultiere.Daneben führt sie auch Gruppen zu den Naturhighlights wie in den Nationalparks Chapada Diamantina im Bundesstaat Bahia. Weitere Infos auf der Website http://reiseleitungbrasilien.npage.de

Monika Gläsel Silva unternimmt Führungen in deutscher Sprache. Zu buchen unter guiamonika@hotmail.com. Weiterlesen

Wer ist eigentlich Michel Temer?

 

©Beto Barata:PR

Foto: Beto Barata/PR

Während der fast dreieinhalbstündigen Eröffnungsfeier war vom brasilianischen Interimspräsidenten nichts zu hören und zu sehen. Sein einziger Auftritt dauerte acht Sekunden – als er die Olympischen Spiele 2016 offiziell eröffnete – und da war er wegen des lauten Pfeifkonzerts der Besucher im Maracana-Stadion eigentlich auch nicht zu hören. Warum mögen den Politker eigentlich so viele Brasilianer nicht?
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Copacabana: Suppe mit Zahnwehkraut

Restaurant Arataca Foto: B.-C. Kirchner

Restaurant Arataca Foto: B.-C. Kirchner

Der Wirt Acir Rodriguez ist seit mehr als 60 Jahren in Rio, und seit mehr als 60 Jahren hat er kaum etwas am Interieur seines Lokals verändert. Original wie in einem Lebensmittelladen im Amazonas sind Maniokmehl und Destillate aus der Heimat im Bundesstaat Pará in den Regalen aufgereiht, jede Menge exotische Fruchtsäfte sind im Angebot. Viele der Lebensmittel aus dem Amazonas sind bekannt für ihre medizinischen Eigenschaften, die Indios sind meist eng mit der Natur verbunden und heilen Krankheiten nur mit natürlichen Mitteln. Weiterlesen

Generalprobe für die Eröffnungsfeier

Feministische Rapperin Karol Conka, Foto: PR

Feministische Rapperin Karol Conka, Foto: PR

Heute fand im Maracana-Stadion im Norden der „Cidade Maravilhosa“ , der wunderbaren Stadt, die Generalprobe für die Eröffnungsfeier der Olympischen Spiele 2016 statt. Alle Künstler, die morgen bei der Eröffnungsfeier ab 20 Uhr Ortszeit (1 Uhr nachts in Europa) auftreten werden, waren vor Ort. Brasilien wird sich musikalisch mit großer Vielfalt präsentieren: Von Música Popular Brasileira (kurz MPB) , wie man heute die Popmusik aus Brasilien nennt, über Samba und Funk. Caetano Veloso und Gilberto Gil werden dabei sein, ebenso wie die feministische Rapperin Karol Conka. Weiterlesen