Top-Panorama: Die Gipfel von Babilônia

Aussicht von der Favela Babilônia Foto: Alexandre Macieira

Aussicht von der Favela Babilônia Foto: Alexandre Macieira

Babilônia ist mittlerweile in ganz Brasilien berühmt, schließlich war die Favela 2015 Schauplatz in der gleichnamigen Telenovela und täglich gaben sich Arme, Reiche, Schöne und Skrupellose ein Stelldichein. Am oberen Ende der Favela führt ein treppenähnlicher Pfad in den dicht bewachsenen Teil des „Morro“. Der Hügel wurde im Rahmen eines Wiederaufforstungsprojekts vollständig neu bepflanzt, über 200.000 Bäume wurden eingesetzt, auf 60 Hektar blühen nunmehr die Gärten von Babilônia wieder auf. Schon der Weg nach oben ist ein Erlebnis. Gelegentlich entdeckt man Tukane, häufig kleine Äffchen, man stößt sogar auf historische Monumente. Weiterlesen

Kein Stopp für Olympia-U-Bahn in Rio de Janeiro

U-Bahn-Linie 4 von Ipanema zum Olympiapark Foto:Screenshot "Bom dia Rio"

U-Bahn-Linie 4 von Ipanema zum Olympiapark Foto:Screenshot „Bom dia Rio“

Die Bauten aller Olympia-Stätten sind abgeschlossen, was drei Wochen vor der Eröffnungsfeier fehlt, ist der Transport. Die Linie 4 soll vom legendären Strand von Ipanema bis nach Barra da Tijuca, wo sich die meisen Olympia-Austtragungsorte befinden,  in 35 Minuten fahren, bis jetzt braucht man zur Hauptverkehrszeit auf der Straße bis zu vier Stunden. Erst vor knapp einem Monat wurde die Finanzierung zur Beendigung der Bauarbeiten  mit Hilfen einer Finanzspritze des Bundesstaats bereitgestellt.

Diesen Sonntag wurde nun die vorletzte Haltestelle „Antero de Quental“ im Stadtteil Leblon eröffnet. Weiterlesen

Zéfiro – der unschuldige Pornograf

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An einem Kiosk im noblen Stadtteil Ipanema gibt es noch Exemplare des „Playboy“-Vorläufers aus den 1950ern.

Alcides Aguiar Caminha (Rio de Janeiro, 1921–1992) war Angestellter im öffentlichen Dienst, verheiratet und Vater von fünf Kindern. Unter dem Pseudonym Carlos Zéfiro veröffentlichte er gezeichnete Anleitungen für die Kunst der Liebe, die am Kiosk unterm dem Ladentisch verkauft wurden ­ bis zu 30.000 Exemplare pro Ausgabe.

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Der Vogelfriedhof in Rio de Janeiro

Vogelfriedhof_Paquetá_Rio de Janeiro©Jorge Vasconcello

Vogelfriedhof_Paquetá_Rio de Janeiro©Jorge Vasconcellos

Auf dem Schild am Eingang ist ein Vogel abgebildet zusammen mit der Zeile: „Ich singe, um meinen Freunden eine Freude zu machen.“ Und das Zwitschern ist auch das Einzige, was hier zu hören ist – auf dem einzigen Vogelfriedhof in Brasilien, wahrscheinlich sogar auf dem einzigen der Welt. Mit den 24 Gräbern, die in etwa die Größe einer Schuhschachtel haben, mutet der Ort wie eine Miniaturausgabe des Friedhofs daneben an.

Nur der Pfarrer fehlt

Ein Geistlicher wohnt der Beerdigung hier zwar nicht bei, aber das Ritual hat durchaus seine Würde mit seinen ganz persönlichen Trauerreden. Auf den Grabsteinen ist zu lesen: „O pássaro abatido“ („Der gefallene Vogel“) oder „O pouso do pássaro cansado“ („Ruhestätte eines müden Vogels“). An der Wand verleihen Zeilen brasilianischer Gedichte, die Vögel als zentrales Thema haben, der Stimmung vor Ort zusätzlich Seriosität. Weiterlesen

Abstimmung im Senat erst nach Olympia

 

Suspendierte Präsidentin Dilma Rousseff Foto: www2.planalto.gov.br_PR

Suspendierte Präsidentin Dilma Rousseff Foto: www2.planalto.gov.br_PR

Letzte Woche wurde dem Senat der Untersuchungsbericht zu den Vorwürfen gegen Präsidentin Dilma Rousseff vorgelegt. Rousseff soll Haushaltszahlen vor den letzten Wahlen 2014 geschönt haben, um ihre Politik in besserem Licht erscheinen zu lassen und sich so den Wahlsieg zu sichern. Deshalb war sie in einer Entscheidung des Senats für 180 Tage ihres Amtes enthoben worden. In dieser Zeit sollen die Vorwürfe gegen sie überprüft werden. Weiterlesen

Amnesty  International prangert zunehmende Polizeigewalt an

Foto: Amnesty International

Foto: Amnesty International

Die Zahl der Fälle tödlicher Polizeigewalt in Rio de Janeiro stieg nach Angaben der Menschenrechtsorganisation in den ersten drei Monaten dieses Jahres um zehn Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum. Blutige Einsätze der Polizei seien verantwortlich. Laut Amnesty habe die Polizei allein im Stadtgebiet im Jahr 2015 mindestens 307 Menschen getötet. Im Bundesstaat Rio waren es 645 – verglichen mit 580 Toten im Jahr 2014.

Direktor Amnesty International Brasil Atila Roque Foto Amnesty International

Direktor AI Atila Roque Foto: Amnesty International

Die Schützen seien meist nicht zur Rechenschaft gezogen worden, zudem kritisierte Amnesty zunehmend „harten Ansatz beim Vorgehen gegen zumeist friedliche Straßenproteste“.

„In den kommenden 100 Tagen können und müssen die Behörden und die Organisatoren von Rio 2016 viel tun, um sicherzustellen, dass alle öffentlichen Sicherheitseinsätze die Menschenrechte
nicht verletzen“, forderte Brasiliens Amnesty-International-Direktor Atila Roque. 

 

Amnesty  International prangert zunehmende Polizeigewalt an

Olympischen Spiele nicht in Gefahr

Olympia_Foto: Tay_Nacimento

Olympia_Foto: Tay_Nacimento

Brasiliens Präsidentin Dilma Rousseff eröffnete vor einigen Tagen trotz Krise an der Seite von Rio de Janeiros Bürgermeister Eduardo Paes das gerade fertiggestellte Juwel im Olympiapark, das Schwimmstadion.

Das olympische Feuer für die Sommerspiele in Rio de Janeiro ist entzündet worden, die Finanzierung, so heißt es, sei gesichert. auch wenn in vielen Bereichen bereits Einsparungen vorgenommen wurden, bei der Eröffnungs- und Schlussfeier etwa soll gespart werden.          .

Sonst verlaufe alles planmäßig, heißt es von Seiten des Internationalen Olympischen Komitees. Vertreter zeigten sich auf der letzten Inspektionsreise mit dem Stand der Vorbereitungen zufrieden.

Sogar das wichtigste Infrastrukturprojekt, die 16 Kilometer lange U-Bahnlinie zum Zentrum der Spiele im Stadtteil Barra, wo sich viele der Austragungsstätten befinden, machten beachtliche Fortschritte bei den Tunnelarbeiten, heißt es.

Doch Olympia-Begeisterung kommt bislang noch keine auf. Das Land wird praktisch nicht regiert.  Die Wirtschaftskrise hat verheerende Auswirkungen auch auf die Bevölkerung Rio de Janeiros, Arbeitslosigkeit und Umsatzeinbußen betreffen viele in der Stadt. So geht auch der Kartenverkauf für Olympia nur sehr zögerlich voran. Von insgesamt 7,4 Millionen Karten für olympische und paraolympische Spiele sind bislang erst rund 62 Prozent verkauft.

 

 

Olympischen Spiele nicht in Gefahr

Untersuchungen zum eingestürzten Olympia-Radweg

Eine Woche nach dem Tod zweier Menschen auf dem Radweg „Ciclovia Tim Maia“ sind in Rio de Janeiro Untersuchungen zur Unfallursache eingeleitet worden. Der Panoramaweg, einer von Rios Olympia-Prestige-Objekten zwischen den Stadtteilen Leblon und São Conrado führt direkt am Meer entlang und bietet einen umwerfenden Ausblick auf das Meer. Eine hochschlagende Welle hatte ein über 50 Meter großes Stück aus der Brücke gerissen, fünf Menschen wurden in die Tiefe gerissen, zwei werden noch vermisst. Weiterlesen

Untersuchungen zum eingestürzten Olympia-Radweg