Generalprobe für die Eröffnungsfeier

Feministische Rapperin Karol Conka, Foto: PR

Feministische Rapperin Karol Conka, Foto: PR

Heute fand im Maracana-Stadion im Norden der „Cidade Maravilhosa“ , der wunderbaren Stadt, die Generalprobe für die Eröffnungsfeier der Olympischen Spiele 2016 statt. Alle Künstler, die morgen bei der Eröffnungsfeier ab 20 Uhr Ortszeit (1 Uhr nachts in Europa) auftreten werden, waren vor Ort. Brasilien wird sich musikalisch mit großer Vielfalt präsentieren: Von Música Popular Brasileira (kurz MPB) , wie man heute die Popmusik aus Brasilien nennt, über Samba und Funk. Caetano Veloso und Gilberto Gil werden dabei sein, ebenso wie die feministische Rapperin Karol Conka. Weiterlesen

Ein Riesenpool fürs Volk in Rio de Janeiro

Riesenpool von Ramos/Tárcia Oreste/Catraca-Livre.png

Riesenpool von Ramos/Tárcia Oreste/Catraca-Livre.png

Sage und schreibe 26.000 Quadratmeter Fläche hat der Schwimming-Pool, den die Regierung des Staates Rio de Janeiro 2001 den Bewohnern in der ärmeren Gegend im Norden Rio de Janeiros  spendiert hat. Die schicken Strände an der Copacabana und Ipanema liegen schließlich im fernen Süden der Stadt. 30 Millionen Liter gereinigtes Meerwasser passen in das Megaschwimmbecken hinein, das direkt neben dem Strand liegt. Der ist aber seit Jahrzehnten so verschmutzt, dass dort wirklich niemand baden kann. Weiterlesen

Nach Nizza: Sicherheitskonzept für Olympia wird verschärft

Foto: Agência Espacial Brasileira/divulgação, Quelle: www.brasil.gov.br

Foto: Agência Espacial Brasileira/divulgação, Quelle: http://www.brasil.gov.br

Nach dem Attentat in Nizza   ist die Besorgnis des brasilianischen Regierung bezüglich der Sicherheit während der olympischen Spiele gestiegen. Der Chef des Sicherheits-
kabinetts (Gabinete de Segurança Institucional, GSI) Sergio Westphalen Etchegoyen sprach von einer Revision des Sicherheitskonzepts für die Zeit vom Start der olympischen Spiele vom 5.8 bis zu Ende der Paraolympics am 16. September.

Interimspräsident Michel Temer beraumt Treffen an

Etchegoyen sagte in einer Pressekonferenz in Brasilia, Brasilien sei bereit für die Olympischen Spiele, informierte aber, dass Interimspräsident Michel Temer für den heutigen Abend ein Treffen anberaumt habe, an dem neben dem Sicherheitskabinett, das Justiz- und Verteidigungsministerium teilnehmen, um rigorosere Sicherheitsmaßnahmen zu besprechen.

Geheimdienstmitarbeiter auf dem Weg nach Paris

Ferner sagte der Kabinettschef gegen über GloboNews, ein Vertreter des brasilianische Geheimdiensts ABIN (Agência Brasileira de Inteligência) sei auf dem Weg nach Paris, um sich mit Kollegen auszutauschen. Präsident Hollande hatte nach dem Attentat den Ausnahmezustand für drei Monate verlängert. Weiterlesen

Die DJ-Schule in der Favela Rocinha

 

DJ-Schule in der Favela Rocinha ©Jorge Vasconcellos

DJ-Schule in der Favela Rocinha ©Jorge Vasconcellos

Zu seinen Schülern gehört der 13-jährige André ebenso wie der 55-jährige Portier Robson. Zezinho, mit bürgerlichem Namen Renato da Silva, unterrichtet zweimal in der Woche von 19 bis 21 Uhr die Sound-Kunst, die auf Festen und Partys zieht, zeigt Neugierigen Loops und Samples. Er selbst ist eingeborener Favela-Bewohner, kam in der Rocinha auf die Welt, sein Vater stammt ursprünglich aus dem Nordosten Brasiliens, seine Mutter ist US-Amerikanerin. Weiterlesen

Zéfiro – der unschuldige Pornograf

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An einem Kiosk im noblen Stadtteil Ipanema gibt es noch Exemplare des „Playboy“-Vorläufers aus den 1950ern.

Alcides Aguiar Caminha (Rio de Janeiro, 1921–1992) war Angestellter im öffentlichen Dienst, verheiratet und Vater von fünf Kindern. Unter dem Pseudonym Carlos Zéfiro veröffentlichte er gezeichnete Anleitungen für die Kunst der Liebe, die am Kiosk unterm dem Ladentisch verkauft wurden ­ bis zu 30.000 Exemplare pro Ausgabe.

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Frauen-Proteste gegen „sexistische“ Amtsenthebung

Frauenproteste in Brasilien Foto: Screenshot www.ocafezinho.com

Frauenproteste in Brasilien Foto: Screenshot http://www.ocafezinho.com

Im letzten Monat haben sich hunderttausende Frauen auf den Straßen Brasiliens zu Protesten zusammengefunden. Nach der Vergewaltigung an einer 16-Jährigen Ende Mai in Rio de Janeiro, an der über 30 Männer beteiligt waren, fand eine Protestkundgebungen  nach der anderen statt. „Por todas elas“ (Für alle Frauen) lautete unter anderem das Motto, gegen Machismus, Sexismus und Gewalt.

 

 

„Feminismus“ – Boom auf Google in Brasilien

Bildschirmfoto 2016-07-07 um 18.24.10Die Eingabe des Suchworts „Feminismus“ auf Google in Brasilien verbuchte zwischen Oktober 2015 und Januar 2016 einen Anstieg von 86 Prozent. Immer mehr Frauen haben begonnen sich mit Feministinnen im Land zu identifizieren. Die neue Wortschöpfung „sororidade“ (das Wort gibt es im portugiesischen Wörtrbuch nicht, soll soviel heißen wie Verbundenheit unter Schwestern, sprich Frauensolidarität) ist in die Alltagssprache eingezogen, ist auf dem Blog www.ocafezinho.com zu lesen. Der Beitrag ist die Übersetzung eines Artikels in des britischen „Guardian“.  Eine der Gründerinnen der feministischen Gruppe „agora juntas“ (jetzt gemeinsam) analysiert die brasilianische Feministinnen-Szene, nachdem die erste gewählte weibliche Präsidentin des Landes Dilma Rousseff des Amtes enthoben wurde.

Rückschläge für Frauenrechte

Gesetz gegen häusliche Gewalt Maria da Penha

In der Interimsregierung Michele Temers sind seit Mitte Mai Rückschläge für Frauenrechte nicht zu übersehen. Keine einzige Frau gehört zu seinem Kabinett an (nur weiße Männer). Gesetzentwürfe sehen vor, dass in der Schule nicht mehr über Gender und sexuelle Orientierung gesprochen werden soll, Abtreibung soll auch für Vergewaltigungsopfer unter Strafe gestellt werden.

Das Gesetz „Maria da Penha“ zum Schutz von Frauen vor häuslicher Gewalt, in Kraft getreten vor 10 Jahren, soll modifiziert werden.

Patriarchalischer Coup

Die Soziologin Maria Betânia Ávila, Forscherin am Feministischen Institut für Demokratie nannte ihren Aufsatz zur Amtsenthebung Dilma Rousseffs  „Patriarchalischen Coup“.

Sie attestiert der brasilianischen Feministinnen-Bewegung die Fähigkeit, die Legitimität der ersten gewählten Präsidentin des Landes zu verteidigen: „Das ist eine Konfrontation mit männlichem Chauvinisten und Neoliberalen.“

Frauen-Proteste gegen „sexistische“ Amtsenthebung

Ein Monat vor Olympia Finanzhilfen aus Brasilia

Foto: br.freepik

Foto: br.freepik

Diese Woche konnten sich die Pensionäre und Angestellten im öffentlichen Dienst im Bundesstaat Rio de Janeiro über Geld auf Ihrem Konto freuen. Grund: Der Bund hatte die drei Milliarden Real (etwa 800.000000 Euro), die dem Bundesstaat auf Grund des akuten Finanznotstands von Interimspräsidenten Michel Temer vergangene Woche zugesichert wurden, überwiesen. Es handelte sich um die letzte Parzelle ihrer Bezüge aus dem Monat Mai, auch die Juni-Gehälter sollen aus diesem Topf bezahlt werden, ebenso wie Gehälter der Polizisten und Feuerwehrleute.

Willkommen in der Hölle

Streik der Zivilpolizisten Foto "Rede Globo "Bom dia Rio"

Streik der Zivilpolizisten Foto „Rede Globo „Bom dia Rio“

Am Wochenende hatten Zivilpolizisten gestreikt, am internationalen Flughafen von Rio de Janeiro wurden Touristen mit einem  Transparent „ Willkommen in der Hölle“ empfangen. Drastisch untermalten die Polizisten ihre Protestaktion „Wer nicht bezahlt wird, wird auch nicht für nichts sterben:“

 

Sicherheit nach Bezahlung gewährleistet

Nächste Woche sollen die Gehälter der Polizisten bezahlt werden. Damit soll auch die Sicherheit während der Olympischen Spiele auf den Straßen Rios wieder gewährleistet sein, betonte Justizminister  Alexander de Moraes gegenüber der Zeitung „Estadao“. Ab dem 15.7. sollen 22.000 Militärpolizisten zusätzlich für die Sicherheit in der Olympiastadt sorgen.

Reicht das Notgeld für alles?

Die große Frage, die bleibt: Wie soll der Rest bezahlt werden? Krankenhäuser, der öffentliche Verkehr, Schulen – die Angestellten der wichtigsten Dienstleistungen erhalten seit Monaten ihre Bezüge mit erheblicher Verspätung.

 

Ein Monat vor Olympia Finanzhilfen aus Brasilia

Der Vogelfriedhof in Rio de Janeiro

Vogelfriedhof_Paquetá_Rio de Janeiro©Jorge Vasconcello

Vogelfriedhof_Paquetá_Rio de Janeiro©Jorge Vasconcellos

Auf dem Schild am Eingang ist ein Vogel abgebildet zusammen mit der Zeile: „Ich singe, um meinen Freunden eine Freude zu machen.“ Und das Zwitschern ist auch das Einzige, was hier zu hören ist – auf dem einzigen Vogelfriedhof in Brasilien, wahrscheinlich sogar auf dem einzigen der Welt. Mit den 24 Gräbern, die in etwa die Größe einer Schuhschachtel haben, mutet der Ort wie eine Miniaturausgabe des Friedhofs daneben an.

Nur der Pfarrer fehlt

Ein Geistlicher wohnt der Beerdigung hier zwar nicht bei, aber das Ritual hat durchaus seine Würde mit seinen ganz persönlichen Trauerreden. Auf den Grabsteinen ist zu lesen: „O pássaro abatido“ („Der gefallene Vogel“) oder „O pouso do pássaro cansado“ („Ruhestätte eines müden Vogels“). An der Wand verleihen Zeilen brasilianischer Gedichte, die Vögel als zentrales Thema haben, der Stimmung vor Ort zusätzlich Seriosität. Weiterlesen

Tour durch die Favela Santa Marta

Favela Santa Marta, Rio de Janeiro ©Tay Nacimento

Favela Santa Marta, Rio de Janeiro ©Tay Nacimento

Thiago Firmino wartet immer im „Select“ – das ist die Bar in der Tankstelle gegenüber vom Eingang zur Favela. Er ist in Santa Marta geboren und organisiert Touren durch sein Heimatquartier. „Früher“, erzählt er, „warteten wir hier bis zum Morgengrauen, nachts zu Fuß hinaufzugehen war viel zu gefährlich.“ Die Favela war die erste, die 2008 befriedet wurde, mit der Seilbahn geht es nach oben, das spart 788 Stufen.

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Der Revolver des Präsidenten

Getúlio Vargas‘ Selbstmord

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©Tay Nacimento

Es war ein Revolver Kaliber 32, mit dem sich Getúlio Vargas am Morgen des 24. August 1954 ins Herz schoss. Der Staatspräsident war am Ende. Minister – und Generäle – hatten dem „Meister des politischen Taktierens“ nach Vorwürfen von Korruption, Misswirtschaft und einem missglückten Attentat auf seinen schärfsten Kritiker ein Ultimatum gestellt. Vargas sah ohne die Unterstützung des Militärs keinen Ausweg – und machte sich zum Märtyrer: „Wenn die Raubvögel nach Blut verlangen und das brasilianische Volk weiter ausbeuten wollen, dann bringe ich mein Leben zum Opfer“, hieß es in seinem Abschiedsbrief. Weiterlesen

Krokodile, Affen & Co. in der Olympiastadt

Wo in Rio de Janeiro wilde Tiere leben   Plus +++ „Casa da Vanessa“ im Atlantischen Regenwald in Bahia

Breitschnauzenkaiman im Kanal das Taxas ©Jorge Vasconcellos

Breitschnauzenkaiman im Kanal das Taxas ©Jorge Vasconcellos

Mitten in der Stadt auf der Straße auf einen 3,50 Meter langen Alligator zu treffen ist sogar in den Tropen außergewöhnlich. Die Breitschnauzenkaimane leben im Kanal das Taxas, mitten im friedlichen Stadtviertel Recreio dos Bandeirantes, wo sich Familien der Mittelklasse niedergelassen haben.

Im Allgemeinen drehen sie hier ihre Runden, mittags liegen sie gern in der Sonne. Von der Brücke aus kann man aus sicherer Position beobachten, wie sie ihre mächtigen Körper durchs Wasser schieben. Doch der Kanal ist stark verschmutzt, und so rückt gelegentlich eines der 30 dort lebenden Krokodile aus, um sich auf die Jagd nach Futter zu begeben. Weiterlesen