Interimsregierung Temer: Kampf ums Kultusministerium 

KUlturminister.©Beto Barata:PR

Marcelo Calero wird neuer Kulturminister

Nachdem Temer bei Amtsantritt verkündetet hatte, das Kulturministerium aufzuheben, besetzten Künstler und Arbeiter in Brasilien in 14 Städen Gebäude des Kulturministeriums, des Instituto do Patrimônio Histórico e Artístico Nacional (Iphan) und der Fundação Nacional de Arte (Funarte). Unter anderem in Rio, Brasília, São Paulo, Belém, São Luís, Fortaleza, Natal, Recife, Aracaju, Salvador, Curitiba, Cuiabá e Macapá.

Zwei Wochen später nahm Brasiliens Übergangspräsident Michel Temer die Abschaffung des Kulturministeriums zurück. Das Ministerium wurde wieder eingerichtet. Neuer Kulturminister ist der Kulturstaatssekretär im Bildungsministerium, Marcelo Calero.

Neuer Sportminister vor Olympia

Nur wenige Wochen vor Beginn der Olympischen Spiele hat Temer den erst 36-jährigen Leonardo Picciani zum neuen Sportminister ernannt, die Nähe zu Rios Bürgermeister Eduardo Paes wird als ausschlaggebend für seine Ernennung genannt.

 

Amnesty  International prangert zunehmende Polizeigewalt an

Foto: Amnesty International

Foto: Amnesty International

Die Zahl der Fälle tödlicher Polizeigewalt in Rio de Janeiro stieg nach Angaben der Menschenrechtsorganisation in den ersten drei Monaten dieses Jahres um zehn Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum. Blutige Einsätze der Polizei seien verantwortlich. Laut Amnesty habe die Polizei allein im Stadtgebiet im Jahr 2015 mindestens 307 Menschen getötet. Im Bundesstaat Rio waren es 645 – verglichen mit 580 Toten im Jahr 2014.

Direktor Amnesty International Brasil Atila Roque Foto Amnesty International

Direktor AI Atila Roque Foto: Amnesty International

Die Schützen seien meist nicht zur Rechenschaft gezogen worden, zudem kritisierte Amnesty zunehmend „harten Ansatz beim Vorgehen gegen zumeist friedliche Straßenproteste“.

„In den kommenden 100 Tagen können und müssen die Behörden und die Organisatoren von Rio 2016 viel tun, um sicherzustellen, dass alle öffentlichen Sicherheitseinsätze die Menschenrechte
nicht verletzen“, forderte Brasiliens Amnesty-International-Direktor Atila Roque. 

 

Amnesty  International prangert zunehmende Polizeigewalt an

PflichtBundesstaat von Rio de  Janeiroverteidiger klagen Bezüge ein

Der Bundesstaat Rio de Janeiro ist praktisch pleite. In den Krankenhäusern kommen Ärzte nicht zum Dienst, in vielen Schulen streiken die Lehrer, viele, auch Angestellte im öffentlichen Dienst, erhalten seit Monaten kein Gehalt.

Gerade erst haben pensionierte Beamte nach öffentlichem Protest durchgesetzt, dass ihre Pensionen des Monats März überwiesen werden, da haben die Pflichtverteidiger des Bundesstaates die Auszahlung ihre Bezüge per Gerichtsbeschluss per Gericht erstritten.

Der Fernsehsender Rede Globo meldete in der Nachrichtensendung am Morgen „Bom dia Rio“ letzten Freitag, dass 49 Millionen Reais (ca. 12 Millionen Euro) der Kassen des Bundesstaates Rio de Janeiro beschlagnahmt wurden, um die Zahlungen sicherzustellen.

Pflichtverteidiger klagen Bezüge ein

Olympischen Spiele nicht in Gefahr

Olympia_Foto: Tay_Nacimento

Olympia_Foto: Tay_Nacimento

Brasiliens Präsidentin Dilma Rousseff eröffnete vor einigen Tagen trotz Krise an der Seite von Rio de Janeiros Bürgermeister Eduardo Paes das gerade fertiggestellte Juwel im Olympiapark, das Schwimmstadion.

Das olympische Feuer für die Sommerspiele in Rio de Janeiro ist entzündet worden, die Finanzierung, so heißt es, sei gesichert. auch wenn in vielen Bereichen bereits Einsparungen vorgenommen wurden, bei der Eröffnungs- und Schlussfeier etwa soll gespart werden.          .

Sonst verlaufe alles planmäßig, heißt es von Seiten des Internationalen Olympischen Komitees. Vertreter zeigten sich auf der letzten Inspektionsreise mit dem Stand der Vorbereitungen zufrieden.

Sogar das wichtigste Infrastrukturprojekt, die 16 Kilometer lange U-Bahnlinie zum Zentrum der Spiele im Stadtteil Barra, wo sich viele der Austragungsstätten befinden, machten beachtliche Fortschritte bei den Tunnelarbeiten, heißt es.

Doch Olympia-Begeisterung kommt bislang noch keine auf. Das Land wird praktisch nicht regiert.  Die Wirtschaftskrise hat verheerende Auswirkungen auch auf die Bevölkerung Rio de Janeiros, Arbeitslosigkeit und Umsatzeinbußen betreffen viele in der Stadt. So geht auch der Kartenverkauf für Olympia nur sehr zögerlich voran. Von insgesamt 7,4 Millionen Karten für olympische und paraolympische Spiele sind bislang erst rund 62 Prozent verkauft.

 

 

Olympischen Spiele nicht in Gefahr

Amtsenthebungsverfahren gegen Dilma Rousseff

Foto: screenshot-folha-de-sao-paulo.png

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Am vergangenen Sonntag hat das Parlament in Brasilia mit 367 Ja-Stimmen und 137 Gegen-stimmen für das Amtsenthebungs-verfahren gegen Dilma Rouseff zugestimmt. Die mehr-stündige Abstimmung, bei der jeder Abge-ordnete einzeln an die Urne gerufen wurde, wurde per Public Viewing auf den Straßen der Copacabana übertragen. Atmosphäre und Begeisterung erinnerten an einem Sieg bei Fußball.

Befürworter und Gegner des hatten zuvor auf den Straßen der großen Städte Brasiliens demonstriert. In Rio de Janeiro im Zentrum auf dem Platz vor dem Aquädukt „Arco das Lapas“ versammelten sich die Gegner mit den Parolen „Não vai ter golpe” e“ („Es wird keinen Putsch geben). Weiterlesen

Amtsenthebungsverfahren gegen Dilma Rousseff

Untersuchungen zum eingestürzten Olympia-Radweg

Eine Woche nach dem Tod zweier Menschen auf dem Radweg „Ciclovia Tim Maia“ sind in Rio de Janeiro Untersuchungen zur Unfallursache eingeleitet worden. Der Panoramaweg, einer von Rios Olympia-Prestige-Objekten zwischen den Stadtteilen Leblon und São Conrado führt direkt am Meer entlang und bietet einen umwerfenden Ausblick auf das Meer. Eine hochschlagende Welle hatte ein über 50 Meter großes Stück aus der Brücke gerissen, fünf Menschen wurden in die Tiefe gerissen, zwei werden noch vermisst. Weiterlesen

Untersuchungen zum eingestürzten Olympia-Radweg