Biscoito Globo, genialer Keks der Copacabana

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Firmengründer Milton

Milton Ponce kam im Jahr 1956 mit 16 Jahren von São Paulo nach Rio de Janeiro, seine ersten Jahre in der wunderbaren Stadt waren keine Herrenjahre. Unter der Woche arbeite er in der Fabrik seines Onkels, die Kekse herstellte, ab Freitagnachmittag und das ganze Wochenende verkaufte er die Ware am Strand – ganz schön anstrengend, durch den Sand zu stampfen unter der heißen Sonne des Sommers.
Die Idee, die Kekse mit Strandverkäufern bekannt zu machen, kam der Familie aus São Paulo nachdem sie auf einem Eucharistischen Kongress in Rio mit dem direkten Verkauf sehr erfolgreich waren.

Die Marke Biscoito Globo wurde 1960 geboren, „mit der Krise stieg auch die Zahl der Strandverkäufer, die sich etwas verdienen mussten“, erinnert sich Milton, heute mit 76  Jahren immer noch im Geschäft mit dem Luftkeks . Und das Konzept hatte durchschlagenden Erfolg.

 

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Biscoito Globo, süß und salzig

Die Verpackung ist seit über 60 Jahren dieselbe, die Strandverkäufer rufen: „Biscoito Globo: salgado ou doce?“ („Salzig oder süß?“). Und obwohl noch nie ein Werbeplakat gedruckt wurde, gibt es heute niemanden in Rio, der die runden, aufgeblasenen Kekse nicht kennt, sie sind Kult in Rio de Janeiro. Und dazu ernährungswissenschaftlich en vogue, aber eher per Zufall, das Rezept stammt schließlich aus den 1950er Jahren, und da hatte niemand eine Idee, warum glutenfrei gut sein könnte. So simpel wie der Lockruf am Strand sind auch die Zutaten: Maniokstärke („polvilho“), Milch, Fett und Zucker oder Salz. Wenn man reinbeißt, schmeckt es leicht und duftig. Täglich frisch gebacken werden die Teigringe exklusiv in der Fabrik im Zentrum der Stadt. Nur knapp 30 Mitarbeiter sind für Produktion – und Vertrieb – zuständig. Und der funktioniert auch simpel:

20 mal 50 Zentimeter zum Erfolg

Die Kekse sind nur über eine 20 mal 50 Zentimeter große Öffnung der vergitterten Fabriktür zu haben – gegen Barzahlung. Im Sommer stehen die Straßenverkäufer in den Morgenstunden Schlange, um 50 Packungen zu ergattern. Täglich gehen etwa 10.000 davon auf die Straße, dann wird wieder neu gebacken, die Haltbarkeit beträgt nur drei bis vier Tage.

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Ausgabepunkt für die ambulanten Verkäufer

Die Snack-Ikone ist auch am Kiosk zu haben, aber auch hier gibt es keine Lieferung, der Kioskbesitzer ist auf einen „Ambulanten“ angewiesen, der für ihn in die Rua do Senado geht. Der Preis ab Fabrik beträgt 0,90 Real, am Strand geht die Packung für fünf Reais weg.
Die Gewinnspanne für die Verkäufer ist groß, und eigentlich sind sie die wahren Werbeträger des Produkts, nur dass es das Unternehmen keinen Cent Marketing kostet.
Das Biscoito Globo hat inzwischen mit Konkurrenz in Form von Käsetaschen & Co. am Strand zu kämpfen, so machen sich die Fabrikbesitzer auf zu alten neuen Ufern. Seit Kurzem verkauft Miltons Familie den Kultkeks aus Rio wieder in São Paulo, wo das Familienrezept ja seinen Ursprung hatte.

 

Einer von 111 „Orten in Rio de Janeiro, die Sie gesehen haben müssen„, mehr Geschichten auf diesem Blog  „Zoom auf Brasilien“ lesen Sie rechts in der Rubrik „Countdown Olympia 2016“, zum Beispiel Krokodile, Affen und Co. in der Olympiastadt

 

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Über Beate C. Kirchner

Freie Journalistin, Themenschwerpunkt: Brasilien – Wirtschaft, Politik, Umwelt, indigene Gemeinschaften und auf Anfrage

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